Positionsgröße: wie viel du pro Trade riskierst und wie du die Lotgröße berechnest
Zwei Trader können denselben Trade zum selben Kurs mit demselben Stop eingehen und am Ende sehr unterschiedliche Konten haben. Der Unterschied ist die Größe. Die Positionsgröße entscheidet, was dich ein einzelner Verlust kostet – und damit, wie viele Verluste in Folge du überstehst, während sich dein Vorteil zeigt.
Vom Risiko ausgehen, nicht von Lots
Viele Trader wählen zuerst die Lotgröße – „ich handle 1 Lot“ – und lassen den Stop entscheiden, wie viel sie verlieren. So ist jeder Verlust unterschiedlich groß. Dreh es um: Lege fest, welchen Teil des Kontos du verlieren willst, wenn der Stop greift, und berechne dann die Größe, die genau das ergibt.
Das Risiko pro Trade wählen
Ein fester Prozentsatz des Kontos – oft zwischen 0,5 % und 2 % – ist der übliche Ausgangspunkt. Die Zahl selbst ist weniger wichtig, als sie konstant zu halten. Bei 1 % Risiko kosten zehn Verluste in Folge etwa 10 % des Kontos; bei 5 % kostet dieselbe Serie rund 40 %, und jeder weitere Trade muss viel mehr leisten, um das zurückzuholen.
Auf einem Prop-Firm-Konto richte die Größe auch nach deren Grenzen aus: Liegt das Tagesverlustlimit bei 5 %, lässt ein Risiko von 2 % pro Trade nur Platz für zwei volle Verluste an einem Tag.
Die Berechnung
Positionsgröße = Risikobetrag ÷ (Stop-Abstand × Wert pro Punkt)
Beispiel: Ein Konto mit 10.000 $ und 1 % Risiko hat 100 $ zu verlieren. Der Stop bei EURUSD liegt 25 Pips entfernt, ein Standardlot ist etwa 10 $ pro Pip wert. 100 $ ÷ (25 × 10 $) = 0,4 Lots. Liegt der Stop 50 Pips entfernt, halbiert sich die Größe auf 0,2 Lots – das Risiko bleibt 100 $.
Der Wert pro Punkt hängt von Instrument und Broker ab (Gold, Indizes und Krypto werden anders notiert). Sieh dir die Kontraktspezifikation in deiner Plattform einmal an und notiere sie.
Häufige Fehler
- Den Stop nach dem Einstieg weiter weg setzen, ohne die Größe zu verringern – das Risiko wächst unbemerkt.
- Nach einem Verlust die Größe erhöhen, um ihn schneller zurückzuholen.
- Die Lotgröße jedes Mal aufrunden: aus 0,37 wird 0,4, dann 0,5.
- Spread und Kommission vergessen, die den echten Verlust etwas größer machen als geplant.
Im Journal prüfen
Notiere bei jedem Trade das geplante Risiko. Sieh dir nach ein paar Wochen die Verlusttrades an: Haben einige das Zwei- oder Dreifache des Üblichen verloren, ist deine Größe nicht so fest, wie du denkst. Ergebnisse in R (Gewinn oder Verlust geteilt durch das geplante Risiko) machen solche Ausreißer sofort sichtbar.
In Simple Trading Journal
Jeder Trade hat ein Risikofeld, und Ergebnisse lassen sich in R lesen. Du kannst deinen Zielen ein maximales Risiko pro Trade hinzufügen, und die Disziplin-Ansicht markiert Trades, bei denen das Risiko direkt nach einem Verlust auf mehr als das 1,5-Fache des vorherigen Trades gestiegen ist.